DSGVO- und KI-Verordnungs-konforme KI: Vollständiger Leitfaden für KMU und Mittelstand
Setzen Sie künstliche Intelligenz unter Einhaltung des europäischen Rechtsrahmens ein
Compliance als Wettbewerbsvorteil
Im Jahr 2026 ist die regulatorische Konformität von KI-Systemen nicht mehr optional. Zwischen der verstärkten DSGVO und der in Einführung befindlichen europäischen KI-Verordnung müssen Unternehmen, die künstliche Intelligenz einsetzen, in einem anspruchsvollen rechtlichen Rahmen navigieren.
Aber weit davon entfernt, ein Zwang zu sein, wird diese Compliance zu einem echten Wettbewerbsvorteil. Kunden, Partner und Auftraggeber verlangen nun Garantien für den Schutz ihrer Daten und die Transparenz automatisierter Verarbeitungen. Konforme KI beruhigt, differenziert und öffnet Märkte.
Bei JAIKIN entwickeln wir operative KI-Lösungen, die compliance by design sind: souveränes Hosting, geprüfte Open-Source-Modelle, vollständige Logs, Human-in-the-Loop bei sensiblen Entscheidungen. Unsere Kunden können ruhig schlafen. Um über Ihr Projekt zu sprechen, kontaktieren Sie uns oder entdecken Sie unsere Automatisierungsdienste.
DSGVO und KI: Ihre Pflichten 2026
Der europäische Datenschutzrahmen gilt vollständig für KI-Systeme
Die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung), seit 2018 in Kraft, regelt strikt jede Verarbeitung personenbezogener Daten. KI-Systeme, die massiv Daten verarbeiten, um zu lernen und zu entscheiden, sind besonders betroffen. Drei Artikel sind entscheidend:
Artikel 22: Automatisierte Entscheidung
Verbietet Entscheidungen, die rechtliche Wirkung entfalten oder die betroffene Person erheblich beeinträchtigen, wenn sie ausschließlich auf automatisierter Verarbeitung (einschließlich Profiling) beruhen, außer bei strengen Ausnahmen (ausdrückliche Einwilligung, vertragliche Notwendigkeit, Rechtsgrundlage). Für KI bedeutet dies die Implementierung von Human-in-the-Loop bei sensiblen Entscheidungen (Rekrutierung, Kredit, Vertragsbeendigung).
Artikel 35: Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA)
Verpflichtet zur Durchführung einer Datenschutz-Folgenabschätzung für jede Verarbeitung, die voraussichtlich ein hohes Risiko für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen zur Folge hat. KI-Systeme fallen oft in diese Kategorie. Die DSFA dokumentiert Risiken, Sicherheitsmaßnahmen und Verhältnismäßigkeit der Verarbeitung.
Artikel 13: Transparenz und Information
Verpflichtet zur Information der Personen, deren Daten verarbeitet werden: Zwecke, Rechtsgrundlage, Aufbewahrungsdauer, Existenz automatisierter Entscheidungsfindung, Rechte der Betroffenen. Für KI bedeutet dies, die Funktionsweise des Systems klar zu dokumentieren und zu kommunizieren.
In der Praxis muss jede KI, die Kunden-, Mitarbeiter- oder Partnerdaten verarbeitet, diese Verpflichtungen erfüllen. Für weitere Informationen konsultieren Sie unseren detaillierten Artikel über DSGVO und KI.
KI-Verordnung: Der neue europäische Rechtsrahmen
Die Europäische Union schafft einen spezifischen Rahmen für künstliche Intelligenz
2024 verabschiedet, ist die KI-Verordnung weltweit die erste Verordnung, die spezifisch KI-Systeme regelt. Sie klassifiziert KI-Systeme nach ihrem Risikoniveau und legt zunehmende Verpflichtungen fest:
Unannehmbares Risiko (verboten)
Social-Scoring-Systeme, kognitive Manipulation, biometrische Echtzeitidentifikation im öffentlichen Raum (außer strenge Ausnahmen). Diese Anwendungen sind in Europa schlichtweg verboten.
Hohes Risiko (strenge Regulierung)
KI-Systeme in kritischen Infrastrukturen, Bildung, Beschäftigung (Rekrutierung, HR-Management), Zugang zu wesentlichen öffentlichen oder privaten Dienstleistungen, Rechtsdurchsetzung. Verpflichtungen: Risikomanagementsystem, detailliertes Logging, technische Dokumentation, menschliche Aufsicht, Robustheit und Genauigkeit, nachgewiesene Konformität.
Begrenztes Risiko (Transparenz erforderlich)
Chatbots, Systeme zur Inhaltsgenerierung, Deepfakes. Hauptverpflichtung: klare Information des Nutzers, dass er mit einer KI interagiert.
Minimales Risiko (keine spezifischen Verpflichtungen)
Spam-Filter, Empfehlungssysteme für nicht-sensible Inhalte, Videospiel-KI. Die KI-Verordnung legt keine besonderen Einschränkungen fest, aber die DSGVO kann gelten, wenn personenbezogene Daten verarbeitet werden.
Anwendungszeitplan
Verbot von Systemen mit unannehmbarem Risiko (Februar 2025)
Inkrafttreten der Regeln für KI-Modelle zur allgemeinen Verwendung (August 2025)
Vollständige Anwendung der Verpflichtungen für Hochrisikosysteme (August 2026)
Für weitere Informationen konsultieren Sie unseren detaillierten Artikel über die KI-Verordnung oder laden Sie unser Whitepaper KI und Compliance herunter.
DSGVO + KI-Verordnung: Navigation in der doppelten Compliance
In der Praxis müssen Unternehmen gleichzeitig die Anforderungen der DSGVO (Datenschutz) und der KI-Verordnung (KI-Regulierung) erfüllen. Die beiden Texte ergänzen sich, überschneiden sich aber nicht vollständig. Hier ist ein Leseraster:
DSGVO-Anforderungen
- Minimierung der gesammelten und verarbeiteten Daten
- Festgelegte, eindeutige und legitime Zwecke
- Begrenzte Aufbewahrungsdauer
- Rechte der Betroffenen (Zugang, Berichtigung, Löschung, Übertragbarkeit)
- Sicherheit und Vertraulichkeit (Verschlüsselung, Pseudonymisierung)
KI-Verordnungs-Anforderungen
- Klassifizierung des Systems nach Risikoniveau
- Vollständige technische Dokumentation des KI-Systems
- Logging von Entscheidungen und Nachvollziehbarkeit
- Menschliche Aufsicht (Human-in-the-Loop) bei sensiblen Entscheidungen
- Tests auf Robustheit, Genauigkeit und Bias
Bei JAIKIN begleiten wir KMU und Mittelstand in dieser doppelten Compliance mit einer bewährten Methodik. Konsultieren Sie unsere vollständige Compliance-Methodik.
Unser Ansatz: KI compliance by design
6 Prinzipien für eine künstliche Intelligenz, die den europäischen Rahmen respektiert
Souveränes Hosting (Frankreich/Europa)
Ihre Daten verlassen niemals europäisches Territorium. Wir bevorzugen französische Hoster (OVH, Scaleway) oder souveräne europäische. Keine amerikanischen oder chinesischen Server, kein Cloud Act, keine Überraschungen.
Geprüfte Open-Source-Modelle
Wir setzen Open-Source-Sprachmodelle ein (Llama 3, Mistral, Qwen), deren Code öffentlich und prüfbar ist. Sie wissen genau, was die KI tut, wie sie Ihre Daten verarbeitet, und können das Modell jederzeit prüfen.
Vollständige Logs und Nachvollziehbarkeit
Jede von der KI getroffene Entscheidung wird geloggt: Input, Output, verwendetes Modell, Zeitstempel, Benutzer. Im Falle eines CNIL-Audits oder Rechtsstreits verfügen Sie über vollständige Nachvollziehbarkeit. Aufbewahrungsdauer konfigurierbar gemäß Ihren rechtlichen Verpflichtungen.
Human-in-the-Loop bei sensiblen Entscheidungen
Bei Hochrisiko-Verarbeitungen (HR, Kredit, Vertragsbeendigung) schlägt die KI vor, aber der Mensch validiert. Dies erfüllt Artikel 22 der DSGVO und garantiert, dass keine kritische Entscheidung ohne menschlichen Eingriff getroffen wird.
Minimierung und Pseudonymisierung
Wir sammeln nur die für die Verarbeitung strikt notwendigen Daten. Sensible Daten (Name, E-Mail etc.) werden pseudonymisiert oder anonymisiert, wenn möglich. Trainingsdaten werden bereinigt, um diskriminierende Verzerrungen zu vermeiden.
Dokumentation und Transparenz
Jedes KI-System wird vollständig technisch dokumentiert: Zweck, Architektur, verarbeitete Daten, identifizierte Risiken, Sicherheitsmaßnahmen. Diese Dokumentation erfüllt die Anforderungen der KI-Verordnung und erleichtert Audits.
5 JAIKIN-Compliance-Garantien
Unsere vertraglichen Verpflichtungen für ruhigen Schlaf
Souveränitätsgarantie
Hosting in Frankreich oder Europa mit vertraglicher Garantie, dass Ihre Daten niemals über außereuropäische Server laufen. Jährliche Audit-Klausel zur Überprüfung der Einhaltung dieser Verpflichtung.
Transparenzgarantie
Vollständige technische Dokumentation mit jedem Projekt geliefert: Systemarchitektur, verwendete Modelle, verarbeitete Daten, Datenflüsse. Sie wissen genau, was die KI tut und wie.
Prüfbarkeitsgarantie
Detaillierte Logs aller von der KI getroffenen Entscheidungen, aufbewahrt gemäß Ihren rechtlichen Verpflichtungen (1 bis 5 Jahre je nach Kontext). Export-Möglichkeit für CNIL-Audit oder Rechtsstreit.
DSFA inklusive
Für jedes Projekt mit personenbezogenen Daten führen wir eine DSGVO-Folgenabschätzung (DSFA) durch, die Risiken und Schutzmaßnahmen dokumentiert. Vor Produktivsetzung geliefert.
Rechtliche Unterstützung
Unsere DSGVO- und KI-Verordnungs-Experten begleiten Sie im Dialog mit Ihrem Datenschutzbeauftragten, CISO oder der CNIL. Wir können an internen Validierungskomitees oder Compliance-Audits teilnehmen.
3 konforme Anwendungsfälle in der Praxis
HR-Automatisierung: Lebenslauf-Sortierung
Ein Mittelstandsunternehmen erhält 500 Bewerbungen/Monat und möchte die erste Sortierung automatisieren. Dieser Fall fällt unter "hohes Risiko" gemäß KI-Verordnung (Beschäftigung) und Artikel 22 der DSGVO (automatisierte Entscheidung).
Die KI analysiert Lebensläufe und vergibt einen Relevanz-Score nach Fachkriterien. Die 50 besten Profile werden dem HR mit Score-Begründung präsentiert. Der HR validiert manuell die zum Gespräch einzuladenden Kandidaten. Die KI schlägt vor, der Mensch entscheidet.
Konformität: Human-in-the-Loop ✓, vollständige Logs ✓, DSFA durchgeführt ✓, transparente und nicht-diskriminierende Bewertungskriterien ✓.
Kunden-Scoring: Churn-Vorhersage
Ein SaaS-KMU möchte kündigungsgefährdete Kunden identifizieren, um sie mit Retention-Maßnahmen anzusprechen. Verarbeitung personenbezogener Daten und Profiling.
Die KI analysiert Produktnutzung, Support-Tickets und Kaufverhalten, um das Churn-Risiko zu bewerten. Konten mit hohem Risiko werden automatisch dem Customer Success Manager mit Kontext zugewiesen. Der CSM entscheidet über die Maßnahme (Anruf, Werbeangebot etc.).
Konformität: legitimer Zweck (vertragliches Interesse) ✓, transparente Kundeninformation ✓, begrenzte Aufbewahrungsdauer ✓, Widerspruchsrecht respektiert ✓.
Datenextraktion aus Rechnungen
Ein Industrie-KMU verarbeitet 500 Lieferantenrechnungen/Monat. Die automatische Extraktion beschleunigt die Buchhaltungserfassung, verarbeitet aber personenbezogene Daten (Namen, Adressen).
Die KI extrahiert Daten aus gescannten Rechnungen (OCR + NLP): Betrag, Datum, SIRET, MwSt. Personenbezogene Daten (Unterzeichner) werden pseudonymisiert. Die extrahierte Rechnung wird vor Einspeisung in Sage zur Validierung präsentiert.
Konformität: Datenminimierung ✓, Pseudonymisierung ✓, Aufbewahrungsdauer an buchhalterische Pflichten angepasst (10 Jahre) ✓, Extraktions-Logs ✓.
Diese drei Beispiele zeigen, dass konforme KI voll effektiv bleibt. Compliance strukturiert das Projekt und beruhigt alle Beteiligten. Um zu entdecken, wie diese Automatisierungen orchestriert werden, konsultieren Sie unseren Leitfaden zu KI-Agenten.
Häufig gestellte Fragen
Das hängt von mehreren Kriterien ab: Wo sind Ihre Daten gehostet, welches KI-Modell verwenden Sie, sind Entscheidungen automatisiert oder von einem Menschen validiert, haben Sie Datenflüsse dokumentiert und eine DSFA durchgeführt. Bei JAIKIN bieten wir ein Compliance-Audit in 2-3 Tagen an, um Ihre Situation präzise zu bewerten und notwendige Anpassungen zu identifizieren. Dieses Audit ist kostenlos und unverbindlich.
Ja, aber mit Vorsicht. Die API-Versionen von ChatGPT und Claude (nicht die kostenlosen öffentlichen Versionen) bieten vertragliche Garantien für Datenvertraulichkeit. Jedoch durchlaufen Ihre Daten amerikanische Server, was Fragen der Souveränität aufwirft und für sensible Daten (Gesundheit, HR, Finanzen) problematisch sein kann. Für diese Fälle empfehlen wir Open-Source-Modelle auf europäischer Infrastruktur.
Die Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA, oder DPIA auf Englisch) ist eine Studie, die Risiken für die Rechte und Freiheiten der Personen dokumentiert, deren Daten verarbeitet werden. Sie ist obligatorisch, sobald eine Verarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko birgt: Profiling im großen Maßstab, automatisierte Entscheidungen mit rechtlicher Wirkung, Verarbeitung sensibler Daten (Gesundheit, ethnische Herkunft). KI-Systeme fallen oft in diese Kategorien. Die DSFA dauert 2-5 Tage je nach Komplexität und muss vor Produktivsetzung durchgeführt werden.
Es ist ein Mechanismus, der garantiert, dass eine sensible Entscheidung niemals allein von der KI getroffen wird. Der Mensch behält die endgültige Entscheidungsbefugnis. Zum Beispiel bei einem Lebenslauf-Sortiersystem: Die KI präsentiert die 50 besten Profile mit Score-Begründung, aber der menschliche Recruiter entscheidet, wer zum Gespräch eingeladen wird. Die KI unterstützt, der Mensch entscheidet. Dieser Mechanismus erfüllt Artikel 22 der DSGVO und die Anforderungen der KI-Verordnung für Hochrisikosysteme.
Das hängt vom Abstand zwischen Ihrer aktuellen Situation und den regulatorischen Anforderungen ab. Für ein bereits gut konzipiertes System, das auf amerikanischer Cloud gehostet ist, kostet die Migration zu europäischer Infrastruktur 3-8k€. Für ein System, das eine DSFA, verstärktes Logging und Human-in-the-Loop benötigt, rechnen Sie mit 10-20k€ Anpassungen. Bei JAIKIN entwickeln wir von Anfang an konforme Systeme und vermeiden nachträgliche Compliance-Kosten.
Ja. DSGVO-Sanktionen können bis zu 4% des weltweiten Umsatzes oder 20M€ erreichen (je nachdem, was höher ist). Die KI-Verordnung sieht Bußgelder bis zu 35M€ oder 7% des weltweiten Umsatzes für die schwerwiegendsten Verstöße vor (verbotene Systeme auf den Markt gebracht). Über finanzielle Sanktionen hinaus ist das Reputationsrisiko erheblich: Vertrauensverlust der Kunden, Rechtsstreitigkeiten, Verpflichtung zur Einstellung der Verarbeitung. Compliance ist eine schützende Investition.
Ja, in den meisten Fällen. Die DSGVO verpflichtet zur Mitteilung über die Existenz automatisierter Entscheidungsfindung (Artikel 13). Die KI-Verordnung verstärkt diese Verpflichtung für Systeme mit begrenztem Risiko (z.B. Chatbots). Konkret: Wenn ein Chatbot Ihren Kunden antwortet, weisen Sie klar darauf hin, dass es sich um eine KI handelt. Wenn ein Algorithmus Bewerbungen verarbeitet, informieren Sie die Kandidaten. Diese Transparenz beruhigt und vermeidet Rechtsstreitigkeiten.
Das Auskunftsrecht (Artikel 15 DSGVO) gilt vollständig für von KI verarbeitete Daten. Sie müssen in der Lage sein zu liefern: die verarbeiteten personenbezogenen Daten, den Verarbeitungszweck, die Logik der automatisierten Entscheidung, die Datenempfänger. Deshalb sind vollständiges Logging und Dokumentation essentiell. Antwortfrist: maximal 1 Monat nach Erhalt der Anfrage.
Nur wenn Sie eine gültige Rechtsgrundlage haben (ausdrückliche Einwilligung, berechtigtes Interesse, Vertragserfüllung) und das Minimierungsprinzip respektieren. In der Praxis sollten Trainingsdaten anonymisiert oder pseudonymisiert werden, wenn möglich. Wenn Sie ein in Europa gehostetes Modell verwenden, behalten Sie die Kontrolle über Ihre Daten. Wenn Sie Ihre Daten für Finetuning an OpenAI oder Anthropic senden, verlieren Sie diese Kontrolle und müssen ausdrückliche Einwilligung einholen.
Benötigen Sie ein Compliance-Audit?
Wir analysieren Ihr aktuelles KI-System und identifizieren notwendige Anpassungen zur Einhaltung von DSGVO und KI-Verordnung.