Skip to main content

Make vs Zapier: Vergleich 2026

Preise, Funktionen, Konformität — der ehrliche Leitfaden

Make vs Zapier - Automatisierungsvergleich 2026
Vergleich
Von Victor
12 Min. Lesezeit

Make oder Zapier? Das ist DIE Frage, die sich jedes KMU stellt, das automatisieren möchte. Zwei Tools, zwei Philosophien, zwei sehr unterschiedliche Preismodelle.

Dieser Vergleich geht über die üblichen Funktionstabellen hinaus. Wir sprechen über reale Kosten, Lernkurve, Wartung und vor allem: europäische Konformität (AI Act & DSGVO) — ein Aspekt, den 99% der Vergleiche ignorieren.

⚡ TL;DR: Das Fazit

Wählen Sie Zapier, wenn: Sie maximale Einfachheit wollen, das Budget haben und nur einfache Automatisierungen benötigen (< 5 Schritte).

Wählen Sie Make, wenn: Sie mehr Leistung für weniger Geld wollen, bereit sind, eine komplexere Oberfläche zu erlernen, und Ihre Prozesse anspruchsvoll sind.

Wählen Sie keines von beiden, wenn: Sie ruhig schlafen wollen. Beide bleiben DIY mit Wartung auf Ihren Schultern und nicht verwalteter Konformität.

1. Vorstellung der beiden Tools

Zapier: der No-Code-Pionier

2011 gegründet, hat Zapier das Konzept des „Zap" erfunden: eine einfache Automatisierung, die zwei Anwendungen über einen Auslöser und eine Aktion verbindet. Es ist der unangefochtene Marktführer mit 7.000+ Integrationen.

Seine Stärke? Die Einfachheit. Selbst jemand ohne technische Kenntnisse kann seinen ersten Zap in 10 Minuten erstellen.

Make (ehemals Integromat): der europäische Herausforderer

2016 in Prag (Tschechische Republik) gegründet, hat Make zunächst fortgeschrittene Nutzer mit einem leistungsfähigeren visuellen Ansatz angesprochen. 2022 von Celonis übernommen, hat es sich als ernsthafte Alternative mit 1.800+ Integrationen etabliert.

Seine Stärke? Die Flexibilität und der Preis. Sie können Dinge tun, die auf Zapier unmöglich sind, für deutlich weniger Geld.

2. Preisvergleich: die wahren Kosten

Das ist oft DAS entscheidende Kriterium. Schauen wir uns die Zahlen für 2026 an:

Plan Zapier Make
Kostenlos 100 Aufgaben/Monat, 5 Zaps 1.000 Ops/Monat, 2 Szenarien
Einstieg 29€/Monat (750 Aufgaben) 9€/Monat (10.000 Ops)
Pro 89€/Monat (2.000 Aufgaben) 16€/Monat (10.000 Ops)
Team 588€/Monat (50.000 Aufgaben) 29€/Monat (10.000 Ops)

💡 Die Zapier-Falle: Eine „Aufgabe" = ein Schritt. Ein Workflow mit 5 Schritten verbraucht 5 Aufgaben. Bei Make zählen nur Operationen, die tatsächlich Daten verarbeiten.

Konkretes Beispiel: 1.000 Bestellungen/Monat

Stellen Sie sich einen E-Commerce mit 1.000 Bestellungen/Monat vor. Jede Bestellung löst aus:

  1. Slack-Benachrichtigung
  2. CRM-Kundenerstellung
  3. Rechnungserstellung
  4. Bestätigungs-E-Mail
  5. Dashboard-Aktualisierung

Zapier

1.000 × 5 Schritte = 5.000 Aufgaben/Monat

Erforderlicher Plan: Team (588€/Monat)

= 7.056€/Jahr

Make

1.000 × 5 Operationen = 5.000 Ops/Monat

Erforderlicher Plan: Core (9€/Monat)

= 108€/Jahr

Verhältnis: Make ist 65× günstiger für das gleiche Ergebnis in diesem Beispiel.

3. Funktionen und Leistungsfähigkeit

Funktion Zapier Make
Native Integrationen 7.000+ 1.800+
Schleifen (Iterationen) ❌ Nein ✅ Ja
Bedingte Logik ⚠️ Kostenpflichtige Pläne ✅ Alle Pläne
Router (Verzweigungen) ⚠️ Eingeschränkt ✅ Unbegrenzt
Fehlerbehandlung ⚠️ Grundlegend ✅ Erweitert
Webhooks ⚠️ Kostenpflichtige Pläne ✅ Alle Pläne
HTTP/API custom ✅ Ja ✅ Ja
JSON-Verarbeitung ⚠️ Eingeschränkt ✅ Vollständig
Interne Datenbank ✅ Tables (kostenpflichtig) ✅ Data Stores

Fazit Funktionen: Make gewinnt deutlich. Mehr Leistung, mehr Flexibilität, in allen Plänen.

4. Benutzerfreundlichkeit

Hier holt Zapier wieder auf.

Zapier: 10/10 Einfachheit

  • Intuitive lineare Oberfläche
  • Schritt-für-Schritt-Assistent
  • Sofort einsetzbare Templates
  • Ausgezeichnete Dokumentation
  • Einarbeitungszeit: 30 Minuten

Make: 6/10 Einfachheit

  • Visuelle Oberfläche im Flowchart-Stil
  • Leistungsfähiger = komplexer
  • Konzepte zu verstehen (Module, Bundles)
  • Solide Dokumentation
  • Einarbeitungszeit: 2-4 Stunden
„Zapier ist wie ein Auto mit Automatikgetriebe fahren. Make ist wie ein Schaltwagen mit mehr Kontrolle — aber man muss es lernen."

5. AI Act- & DSGVO-Konformität

Hier kommt der Aspekt, den niemand jemals abdeckt in Vergleichen. Und doch ist er für europäische KMU in 2026 entscheidend.

Das DSGVO-Problem

DSGVO-Kriterium Zapier Make
Firmensitz 🇺🇸 USA 🇨🇿 EU (Prag)
EU-Hosting ⚠️ Optional (kostenpflichtig) ✅ Standardmäßig
AVV verfügbar ✅ Ja ✅ Ja
Übermittlungen außerhalb der EU ⚠️ Ja (SVK erforderlich) ✅ Vermeidbar
Verarbeitungsverzeichnis ❌ Selbst erstellen ❌ Selbst erstellen

Vorteil Make: Als europäisches Unternehmen vereinfacht Make die DSGVO-Konformität. Aber in beiden Fällen bleibt die Dokumentation und das Verzeichnis Ihre Verantwortung.

Das neue Problem: der AI Act

Seit Februar 2025 schreibt der europäische AI Act Pflichten vor, wenn Ihre Automatisierungen KI nutzen:

Beispiele betroffener Automatisierungen:

  • Ein Zap, der OpenAI/ChatGPT zum Zusammenfassen von E-Mails nutzt
  • Ein Make-Szenario, das Support-Tickets automatisch klassifiziert
  • Eine Automatisierung, die Kundenantworten generiert
  • Ein Workflow, der Lead-Scoring mit KI durchführt

Für diese Fälle verlangt der AI Act:

  • Transparenz: Mitteilung, dass KI eingesetzt wird
  • Dokumentation: Nachverfolgung der KI-Entscheidungen
  • Menschliche Aufsicht: Manuelle Validierungen für bestimmte Entscheidungen vorsehen

⚠️ Weder Zapier noch Make übernehmen das für Sie

Beide Plattformen stellen das Tool bereit. Die AI Act-Konformität? Das ist zu 100% Ihre Verantwortung. Und die Sanktionen können 3% des weltweiten Umsatzes erreichen.

6. Unsere Empfehlung

✅ Wählen Sie Zapier, wenn:

  • Ihre Automatisierungen sehr einfach sind (< 5 Schritte)
  • Sie keinerlei technische Kenntnisse haben
  • Das Budget kein Problem ist
  • Sie keine KI in Ihren Workflows verwenden
  • Sie eine seltene App benötigen, die auf Make nicht verfügbar ist

✅ Wählen Sie Make, wenn:

  • Ihre Automatisierungen komplex sind (Schleifen, Bedingungen)
  • Sie 50-90% bei den Kosten sparen wollen
  • Sie etwas Zeit zum Lernen haben
  • Die DSGVO-Konformität eine Priorität ist
  • Sie gerne Kontrolle über Ihre Workflows haben

7. Der dritte Weg: Was, wenn Sie gar nicht wählen müssten?

Zapier oder Make — beide teilen ein grundlegendes Problem: Es ist DIY.

  • Sie konzipieren die Architektur
  • Sie warten, wenn etwas kaputt geht
  • Sie dokumentieren für die Konformität
  • Sie beheben Fehler um 3 Uhr nachts

Für ein KMU, das geschäftskritische, zuverlässige und konforme Automatisierungen will, gibt es einen dritten Weg: Expertenbegleitung.

Was JAIKIN im Vergleich zu Zapier/Make allein bietet:

  • Maßgeschneiderte Architektur: Wir konzipieren Ihre Workflows nach Ihren tatsächlichen Anforderungen
  • Proaktive Wartung: Wir überwachen und reparieren, BEVOR etwas kaputt geht
  • Konformität inklusive: DSGVO- und AI Act-Dokumentation geliefert
  • Souveränes Hosting: n8n auf europäischen Servern bei Bedarf
  • ROI garantiert: Wir verpflichten uns zu Ergebnissen

Wir nutzen übrigens n8n (Open Source) für unsere Kunden, was das Beste aus beiden Welten vereint: die Leistungsfähigkeit von Make, volle Flexibilität, souveränes Hosting und keine Lizenzkosten.

Brauchen Sie Hilfe bei der Entscheidung?

Eine 30-minütige Analyse, um Ihre Anforderungen zu bewerten und Ihnen den besten Ansatz zu empfehlen — Tool allein oder Expertenbegleitung.