Make oder Zapier? Das ist DIE Frage, die sich jedes KMU stellt, das automatisieren möchte. Zwei Tools, zwei Philosophien, zwei sehr unterschiedliche Preismodelle.
Dieser Vergleich geht über die üblichen Funktionstabellen hinaus. Wir sprechen über reale Kosten, Lernkurve, Wartung und vor allem: europäische Konformität (AI Act & DSGVO) — ein Aspekt, den 99% der Vergleiche ignorieren.
In diesem Artikel
⚡ TL;DR: Das Fazit
Wählen Sie Zapier, wenn: Sie maximale Einfachheit wollen, das Budget haben und nur einfache Automatisierungen benötigen (< 5 Schritte).
Wählen Sie Make, wenn: Sie mehr Leistung für weniger Geld wollen, bereit sind, eine komplexere Oberfläche zu erlernen, und Ihre Prozesse anspruchsvoll sind.
Wählen Sie keines von beiden, wenn: Sie ruhig schlafen wollen. Beide bleiben DIY mit Wartung auf Ihren Schultern und nicht verwalteter Konformität.
1. Vorstellung der beiden Tools
Zapier: der No-Code-Pionier
2011 gegründet, hat Zapier das Konzept des „Zap" erfunden: eine einfache Automatisierung, die zwei Anwendungen über einen Auslöser und eine Aktion verbindet. Es ist der unangefochtene Marktführer mit 7.000+ Integrationen.
Seine Stärke? Die Einfachheit. Selbst jemand ohne technische Kenntnisse kann seinen ersten Zap in 10 Minuten erstellen.
Make (ehemals Integromat): der europäische Herausforderer
2016 in Prag (Tschechische Republik) gegründet, hat Make zunächst fortgeschrittene Nutzer mit einem leistungsfähigeren visuellen Ansatz angesprochen. 2022 von Celonis übernommen, hat es sich als ernsthafte Alternative mit 1.800+ Integrationen etabliert.
Seine Stärke? Die Flexibilität und der Preis. Sie können Dinge tun, die auf Zapier unmöglich sind, für deutlich weniger Geld.
2. Preisvergleich: die wahren Kosten
Das ist oft DAS entscheidende Kriterium. Schauen wir uns die Zahlen für 2026 an:
| Plan | Zapier | Make |
|---|---|---|
| Kostenlos | 100 Aufgaben/Monat, 5 Zaps | 1.000 Ops/Monat, 2 Szenarien |
| Einstieg | 29€/Monat (750 Aufgaben) | 9€/Monat (10.000 Ops) |
| Pro | 89€/Monat (2.000 Aufgaben) | 16€/Monat (10.000 Ops) |
| Team | 588€/Monat (50.000 Aufgaben) | 29€/Monat (10.000 Ops) |
💡 Die Zapier-Falle: Eine „Aufgabe" = ein Schritt. Ein Workflow mit 5 Schritten verbraucht 5 Aufgaben. Bei Make zählen nur Operationen, die tatsächlich Daten verarbeiten.
Konkretes Beispiel: 1.000 Bestellungen/Monat
Stellen Sie sich einen E-Commerce mit 1.000 Bestellungen/Monat vor. Jede Bestellung löst aus:
- Slack-Benachrichtigung
- CRM-Kundenerstellung
- Rechnungserstellung
- Bestätigungs-E-Mail
- Dashboard-Aktualisierung
Zapier
1.000 × 5 Schritte = 5.000 Aufgaben/Monat
Erforderlicher Plan: Team (588€/Monat)
= 7.056€/Jahr
Make
1.000 × 5 Operationen = 5.000 Ops/Monat
Erforderlicher Plan: Core (9€/Monat)
= 108€/Jahr
Verhältnis: Make ist 65× günstiger für das gleiche Ergebnis in diesem Beispiel.
3. Funktionen und Leistungsfähigkeit
| Funktion | Zapier | Make |
|---|---|---|
| Native Integrationen | 7.000+ | 1.800+ |
| Schleifen (Iterationen) | ❌ Nein | ✅ Ja |
| Bedingte Logik | ⚠️ Kostenpflichtige Pläne | ✅ Alle Pläne |
| Router (Verzweigungen) | ⚠️ Eingeschränkt | ✅ Unbegrenzt |
| Fehlerbehandlung | ⚠️ Grundlegend | ✅ Erweitert |
| Webhooks | ⚠️ Kostenpflichtige Pläne | ✅ Alle Pläne |
| HTTP/API custom | ✅ Ja | ✅ Ja |
| JSON-Verarbeitung | ⚠️ Eingeschränkt | ✅ Vollständig |
| Interne Datenbank | ✅ Tables (kostenpflichtig) | ✅ Data Stores |
Fazit Funktionen: Make gewinnt deutlich. Mehr Leistung, mehr Flexibilität, in allen Plänen.
4. Benutzerfreundlichkeit
Hier holt Zapier wieder auf.
Zapier: 10/10 Einfachheit
- Intuitive lineare Oberfläche
- Schritt-für-Schritt-Assistent
- Sofort einsetzbare Templates
- Ausgezeichnete Dokumentation
- Einarbeitungszeit: 30 Minuten
Make: 6/10 Einfachheit
- Visuelle Oberfläche im Flowchart-Stil
- Leistungsfähiger = komplexer
- Konzepte zu verstehen (Module, Bundles)
- Solide Dokumentation
- Einarbeitungszeit: 2-4 Stunden
„Zapier ist wie ein Auto mit Automatikgetriebe fahren. Make ist wie ein Schaltwagen mit mehr Kontrolle — aber man muss es lernen."
5. AI Act- & DSGVO-Konformität
Hier kommt der Aspekt, den niemand jemals abdeckt in Vergleichen. Und doch ist er für europäische KMU in 2026 entscheidend.
Das DSGVO-Problem
| DSGVO-Kriterium | Zapier | Make |
|---|---|---|
| Firmensitz | 🇺🇸 USA | 🇨🇿 EU (Prag) |
| EU-Hosting | ⚠️ Optional (kostenpflichtig) | ✅ Standardmäßig |
| AVV verfügbar | ✅ Ja | ✅ Ja |
| Übermittlungen außerhalb der EU | ⚠️ Ja (SVK erforderlich) | ✅ Vermeidbar |
| Verarbeitungsverzeichnis | ❌ Selbst erstellen | ❌ Selbst erstellen |
Vorteil Make: Als europäisches Unternehmen vereinfacht Make die DSGVO-Konformität. Aber in beiden Fällen bleibt die Dokumentation und das Verzeichnis Ihre Verantwortung.
Das neue Problem: der AI Act
Seit Februar 2025 schreibt der europäische AI Act Pflichten vor, wenn Ihre Automatisierungen KI nutzen:
Beispiele betroffener Automatisierungen:
- Ein Zap, der OpenAI/ChatGPT zum Zusammenfassen von E-Mails nutzt
- Ein Make-Szenario, das Support-Tickets automatisch klassifiziert
- Eine Automatisierung, die Kundenantworten generiert
- Ein Workflow, der Lead-Scoring mit KI durchführt
Für diese Fälle verlangt der AI Act:
- Transparenz: Mitteilung, dass KI eingesetzt wird
- Dokumentation: Nachverfolgung der KI-Entscheidungen
- Menschliche Aufsicht: Manuelle Validierungen für bestimmte Entscheidungen vorsehen
⚠️ Weder Zapier noch Make übernehmen das für Sie
Beide Plattformen stellen das Tool bereit. Die AI Act-Konformität? Das ist zu 100% Ihre Verantwortung. Und die Sanktionen können 3% des weltweiten Umsatzes erreichen.
6. Unsere Empfehlung
✅ Wählen Sie Zapier, wenn:
- Ihre Automatisierungen sehr einfach sind (< 5 Schritte)
- Sie keinerlei technische Kenntnisse haben
- Das Budget kein Problem ist
- Sie keine KI in Ihren Workflows verwenden
- Sie eine seltene App benötigen, die auf Make nicht verfügbar ist
✅ Wählen Sie Make, wenn:
- Ihre Automatisierungen komplex sind (Schleifen, Bedingungen)
- Sie 50-90% bei den Kosten sparen wollen
- Sie etwas Zeit zum Lernen haben
- Die DSGVO-Konformität eine Priorität ist
- Sie gerne Kontrolle über Ihre Workflows haben
7. Der dritte Weg: Was, wenn Sie gar nicht wählen müssten?
Zapier oder Make — beide teilen ein grundlegendes Problem: Es ist DIY.
- Sie konzipieren die Architektur
- Sie warten, wenn etwas kaputt geht
- Sie dokumentieren für die Konformität
- Sie beheben Fehler um 3 Uhr nachts
Für ein KMU, das geschäftskritische, zuverlässige und konforme Automatisierungen will, gibt es einen dritten Weg: Expertenbegleitung.
Was JAIKIN im Vergleich zu Zapier/Make allein bietet:
- Maßgeschneiderte Architektur: Wir konzipieren Ihre Workflows nach Ihren tatsächlichen Anforderungen
- Proaktive Wartung: Wir überwachen und reparieren, BEVOR etwas kaputt geht
- Konformität inklusive: DSGVO- und AI Act-Dokumentation geliefert
- Souveränes Hosting: n8n auf europäischen Servern bei Bedarf
- ROI garantiert: Wir verpflichten uns zu Ergebnissen
Wir nutzen übrigens n8n (Open Source) für unsere Kunden, was das Beste aus beiden Welten vereint: die Leistungsfähigkeit von Make, volle Flexibilität, souveränes Hosting und keine Lizenzkosten.
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